Der beste Opa der Welt

20 Jun

veröffentlicht am 10.Mai 2010 auf Goodnewstoday.de

Heute hat mein Opa Geburtstag. Der beste Opa der Welt. Das sagen alle von ihren Opas. Aber meiner ist es wirklich. Mein Bruder sagt es auch. Da sind wir uns einig.
Immer wenn wir in den Urlaub gefahren sind, verabschiedete er sich mit folgenden Worten “Wenn was isch, rufsch oa, i hol de”. Selbst als ich nach Indien geflogen bin, hat er das gesagt. Nur mit einem kleinen Zusatz “Dauert halt a bissle länger, fliaga tu i net, ond durch Afghanischdan fahr i au net. Aber i komm ond hol de, wenn´s netig isch!” Er musst mich nicht abholen. Meinen Onkel einmal. Der ist in Österreich bei der Tramping-Tour festgesessen. Alles Daumen hoch hat nichts mehr gebracht. Da kam mein Opa und hat ihn geholt. Nicht geschimpft. Es war ja sein Angebot. Und nun hat es halt mal einer genutzt.
Meinem Papa hat er mal sein Auto geliehen. Den heiligen Mercedes. Weil ich in der Schweiz im Krankenhaus lag. Da musst mich mein Papa selber holen. Aber den heiligen Mercedes durft er nehmen. Sozusagen als Gruß vom Opa.
Jeden Freitag hat er mich eine zeitlang mit dem Mercedes abgeholt. Üben für den Führerschein. Und wenn ich abgewürgt habe, die Vorfahrt genommen, nicht in die Parklücke kam, mich verschaltet hab, dass das Getriebe jaulte – mein Opa: “Kann ja mal vorkommen!” Schön war das. Mit meinem Bruder wollt er auch gehen.
Mit dem hat er immer “kleines Dackele” und “großes Schäferhund” gespielt. Klar, dass mein Bruder der Schäferhund war.
Für mich gab es zeitgleich immer 5 Mark auf den Schreibtisch. Die sind sofort im Zigarettenautomat verschwunden. “Wenn das der Opa wüsste!” hat die Mama gesagt. Wusste er sicher, sag ich. Aufgehört hab ich jetzt trotzdem. Weiss er sicher auch. Die beste Enkelin der Welt bin ich, hat er gesagt. Er muss es ja wissen! Der beste Opa der Welt.

Alles Gute zum Geburtstag wünsche ich dir, Opa!
Ich vermiss dich!

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